Mein erstes Aquarium

Mit dieser Seite "Mein erstes Aquarium" möchten wir dieses schöne und faszinierende Hobby, allen Aquaristik-Neulingen näher bringen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Kommt man mit erfahrenen Aquarianern ins Gespräch, so können diese wohl stundenlang über die Faszination der Aquaristik berichten, wobei die Beobachtung der Tiere und das Großziehen des ersten Nachwuchses eine große Rolle spielt. Viele schwärmen auch von einer unglaublichen Zutraulichkeit einiger Fischarten. Bevor man jedoch dies alles genießen kann, müssen bestimmte Grundregeln beachtet und verstanden werden.

Um diese Grundregeln allen Aquaristik-Neulingen so einfach wie möglich näher zu bringen und zu erklären haben wir diesen Bericht geschrieben, weitere interessante Berichte finden Sie unter unserer Rubrik "Wissenswertes"


 

Was ist zu beachten vor dem Kauf

Hier sind mehrere Entscheidungen von Bedeutung:

  • Wie viel Geld möchte man für Aquarium, Zubehör und Fischbesatz ausgeben.
  • Welche Tiere möchte man pflegen und welche Nahrung, Pflege und artgerechte Haltung benötigen sie.
  • Wie groß ist der benötigte Pflege- und Arbeitsaufwand den die Fischhaltung mit sich bringt.
  • Ist die Zustimmung des Vermieters erforderlich.
  • Welcher Platz steht zur Verfügung um ein Becken zu stellen (ein Aquarium sollte nicht im Sonnenlicht stehen, da es sonst zu unerwünschtem Algenwuchs kommt).
  • Wichtig ist bei der Auswahl des Aquariums, dass es mit Wasser gefüllt, ein beträchtliches Gewicht erreichen kann. Dies ist bei Neubauwohnungen meist kein Problem.
  • Bei Altbauwohnungen mit Holzboden und Holzdecke, sollte das Aquarium an der Wand stehen, da hier die Tragkraft um ein vielfaches besser ist als in der Mitte.
    Tipp: Eck-Aquarien eignen sich in der Regel sehr gut in   Dachstockwohnungen.

     

  • Bei Aquarien ab 2 m bez. 500 Liter und mehr, sollte man sich über die Deckenlast pro qm informieren.
  • Ebenso ist es bei großen Becken von Vorteil, wenn in der Nähe ein Abfluss und Zulauf für Wasser vorhanden ist, da hier ein Wasserwechsel mit dem Eimer schnell mühsam wird.

Die meisten Anfänger beginnen das Hobby mit Aquarien zwischen 20 und 50 Litern. Bei solch einer Anschaffung gilt es folgende Punkte zu beachten:



In Becken mit 20-50 Liter können nur kleine Garnelen- und Krebsarten sowie kleinwüchsige Pflanzenarten gehalten werden. Bei Fischen wird es hier schon problematisch, da man Fische erst ab einer Beckengröße von 54 Litern halten soll. Leider wird einem dies in Zoogeschäften nicht immer gesagt. Eine geeignete Zusammenstellung der Fische und der geeigneten Beckengröße können Sie unter Punkt 4 lesen.
Desweiteren sollte überlegt werden ob ein offenes Aquarium mit Leuchtbalken oder ein geschlossenes Aquarium in der Wohnung stehen soll, beide Arten von Aquarien haben Ihre Vor- und Nachteile:



Vorteile eines offenen Aquariums:

  • Offene Aquarien bieten sich in Räumen mit geringer Luftfeuchtigkeit an, besonders im Winter hilft die Verdunstung des Wassers gegen die trockene Heizungsluft. Vor allem für Allergiker sind offene Aquarien von Vorteil, da das Wasser die in der Luft befindliche Staubpartikel wie ein Magnet anzieht und bindet.
  • Was für uns Menschen gut ist, ist natürlich auch für Ihre Wohnungspflanzen von Vorteil, die dank der höheren Luftfeuchtigkeit mit Sicherheit besser gedeihen werden.
  • Selbst die Aquarienbepflanzung kann individueller gestaltet werden, da für die Pflanzen die Möglichkeit besteht, auch über das Aquarium hinaus zu wachsen.



Nachteile eines offenen Aquariums:

  • Hier muss darauf geachtet werden, dass keine Fische eingesetzt werden die gerne springen z.B. Schwerträger sind für solch ein Becken völlig ungeeignet. Sollten Sie ein offenes Aquarium in Erwägung ziehen, dann lassen Sie sich bitte beim Fischkauf beraten, damit es am nächsten Morgen kein böses Erwachen gibt.
  • Ein weiteres Problem stellt die Wasserverdunstung in bereits feuchten Räumen dar. Hier kann es gegebenenfalls zu Schimmelbildung kommen.
  • Durch die schnellere Wasserverdunstung entstehen kürzere Interwalle bei der Wassernachfüllung und des Wasserwechsels.

Noch eine kurze Anmerkung zum Wasserwechsel: Leeren Sie das Wasser nicht weg, sondern gießen Sie Ihre Wohnungspflanzen damit.





Vorteile eines geschlossenen Aquariums:

  • Fische können nicht herausspringen.
  • Die Wasserverdunstung fällt um ein vielfaches geringer aus als bei offenen Aquarien.
  • Durch Bewegung der Wasseroberfläche nimmt das Wasser z.B. Sauerstoff auf und somit auch die darin enthaltenen Schadstoffe. Daher ist z.B. bei Rauchern eine Aquarienabdeckung von Vorteil, da so das Wasser eine weitaus kleinere Dosis von Schadstoffen aufnimmt.
  • Eine Abdeckung verhindert auch wirkungsvoll das Hineinfallen von Gegenständen, daher vor allem in Kinderzimmern zu empfehlen.
     


Nachteile eines geschlossenen Aquariums:

Siehe oben unter "Vorteile eines offenen Aquariums". All diese Vorteile sind natürlich bei einem geschlossenen
Aquarium nicht gegeben.




Unser nächstes Thema beschäftigt uns mit der Frage: Welcher Filter ist für welches Aquarium geeignet?

Es gibt viele verschiedene Filterarten, grundsätzlich wird zwischen Außenfilter und Innenfilter unterschieden.



Zunächst zum Bereich der Außenfilter:


Topffilter

   
 


Topffilter haben den Vorteil, dass sie bequem im Aquarium-Unterschrank Platz finden und bei einer Filterreinigung leicht von den angeschlossenen Wasserschläuchen abgekoppelt werden können. Einer bequemen Reinigung am Waschbecken steht also nichts mehr im Wege.
Ein großer Nachteil der bei diesem Filtertyp auftreten kann, ist die Undichtigkeit. Bei Undichtigkeit sind ein Auslaufen des Aquariums und der daraus entstehende Wasserschaden vorprogrammiert. Es gibt allerdings eine Möglichkeit um zu verhindern, dass sich das Aquarium vollständig entleert, hierzu wird ein kleines Loch in den Ansaugschlauch gebohrt.
Bei der Filterung von sehr großen Aquarien, verstopfen die Topffilter leicht, da das Filtervolumen meist zu klein ist.




Hängefilter

    

Der Hängefilter bewirkt eine gute Wasseroberflächenbewegung was für die Sauerstoffanreicherung sehr von Vorteil ist, man kann ihn auch mit einem Wasserfall vergleichen. Er ist einfach zu Reinigen und es besteht die Möglichkeit, andere Filtermedien einzusetzen. Die meisten Hängefilter sind so konzipiert, dass sie überlaufsicher sind, bei falscher Handhabung, kann es jedoch zu unerwünschtem Wasseraustritt kommen. Daher sollte nach der Reinigung der Hängefilter wieder sorgfältig am Becken angebracht werden.
Ein Nachteil ist, dass der Hängefilter durch seine geringe Größe, meist eine zu kleine biologisch Wirkung aufweist. Daher ist bei diesem Filtertyp ein häufigerer Wasserwechsel notwendig. Bei Aquarien mit Abdeckung ist der Hängefilter meist schlecht oder gar nicht anzubringen.


 

Mehrkammerfilter in der Abdeckung

                      

Vorteil bei diesem Mehrkammerfilter ist, dass er bereits in die Abdeckung integriert ist, somit ist ein zusätzlicher Filterkauf unnötig. Zudem fällt er rein optisch gesehen nicht auf, da er nicht wie z.B. ein Hängefilter außen an der Aquarienscheibe hängt. Zur Reinigung ist der Filter einfach und bequem zu entnehmen.
Bei einer evtl. Undichtigkeit des Filters läuft das austretende Wasser ins Aquarium zurück ohne das es, wie z.B. bei einem Topffilter, einen Wasserschaden verursacht.
Auch hier besteht die Möglichkeit wie beim Hängefilter, verschiedene Filtermedien einzusetzen.
Da es sich um einen Mehrschichtfilter handelt der bereits in die Abdeckung integriert ist, sind natürlich Grenzen gesetzt, was die Größe des Filters betrifft. Dieser kann somit nur so groß ausfallen wie Platz in der Abdeckung vorhanden ist.


 

Flüssigsandfilter oder auch Fluidized Bed Filter genannt

 

Dieser Filter kann mit verschiedenen Filtermedien, die in ihrer Wirkung unterschiedlich sind, gefüllt werden. Bevorzugte Filtermittel sind:

  • Sand
  • Schaumstoffwürfel
  • kleine Bio Bälle
  • Keramik Ringe oder Sinterglas-Ringe,

ebenso geeignet sind Torf, Filterkohle und Ionenaustauschharze (Durchflussfilter).

Der große Vorteil bei diesem Filter ist, dass die Möglichkeit besteht, viele verschiedene Filtermedien einzusetzen.
So kann je nach Filtermaterial, eine riesige, biologische Filteroberfläche mit höchster biologischer Wirkung erzielt werden.
Jedoch besteht hier wie beim Topffilter der große Nachteil, dass der Filter auslaufen kann. Zur Schadensminimierung kann auch hier ebenfalls ein kleines Loch in den Ansaugschlauch gebohrt werden.
Ein weitaus größeres Risiko kann der hoch effiziente, biologische Wirkungsgrad darstellen. Die sich ansiedelnde nitrifizierenden Bakterien erbringen eine sehr hohe Abbauleistung, dies kann dazu führen, dass dem Wasser der Sauerstoff entzogen wird somit droht den Fischen die Erstickungsgefahr.
Dieser Filter sollte daher nur von erfahrenen Aquarianern verwendet werden.


 

Rieselfilter mit Biofilter

                 

Bei diesem Filtertyp ist die gesamte Technik, Pumpen, Heizung und ggf. die CO² -Anlage im Aquarium-Unterschrank untergebracht. Ein absoluter Vorteil was die Optik betrifft, denn so sind nur das Überlauf-Rohr und das Einström-rohr im Aquarium sichtbar. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist das große Filtervolumen wodurch eine hohe, biologische Wirksamkeit erzielt werden kann. Das Filtermaterial kann zur Reinigung bequem entnommen werden.
Dieser Filtertyp ist insgesamt der beste Filter für Süß- und Meerwasseraquarien.
Gerade bei Meerwasseraquarien ist dieser Filter fast ein Muss. Zudem kann der hierfür benötigte Abschäumer gut im Filterbecken integriert werden.
Leider liegt dieser Filter meist in einer höheren Preislage als andere Filter.

Nun kommen wir zum Bereich der Innenfilter:
 

Motorbetriebener Innenfilter - mechanisch

    

Dieser motorbetriebene Innenfilter ist der Klassiker in diesem Bereich. Die Filterung erfolgt über eine integrierte Schaumstoffpatrone oder über Filtervlies.
Dieser Innenfilter hat eine gute mechanische Filterung auch grobe Schmutzpartikel filtert er aus dem Wasser. Der Filter erzeugt eine gute Strömung wodurch der Sauerstoff angesogen und gut im Wasser verteilt wird.

Nachteil: Da es sich hier um einen rein mechanischen Filter handelt, hat dieser keine oder fast keine biologische Wirkung. Zudem benötigt er Platz im Aquarium.


 

Motorbetriebener Innenfilter - biologisch

     

Vorteile: Gute Strömung, wegen seines hohen Wasserdurchflusses ist das Filtervolumen in drei Kammern aufgeteilt. Erste Kammer: Heizstab, zweite Kammer: Filtermaterialien und Filterschwamm, dritte Kammer: die Pumpe. Der Filter ist also optimal für mechanische, chemische und biologische Filterung geeignet wodurch eine ausgezeichnete Wasserqualität resultiert.

Nachteil wie beim mechanischen Innenfilter, er benötigt Platz im Aquarium.

Diese Filtervariante gibt es auch als Festeinbau im Aquarium.

       

Bei solch einem Festeinbau kann das Filtervolumen (meist 10%) problemlos der Beckengröße angepasst werden. Zum Vergleich an einem 1000 Liter Becken ist es in der Regel ein Filtervolumen von 100 Liter. Dadurch entsteht eine hohe Leistung und eine optimale biologische Wirkung.

Nachteil ist auch hier der große Platzanspruch, das optische Aussehen und die höheren Kosten für den Einbau.


 

Schwammfilter

         

Diese Schwammfilter gibt es von klein bis groß. Sie sind geeignet für Nano- und Kleinstaquarien wie z.B. Garnelenbecken sowie für Aufzuchtbecken, Import- und Zuchtanlagen und Quarantänebecken.
Schwammfilter sind meist luftbetrieben und haben im Verhältnis zu ihrer Größe eine gute Sauerstoffausschüttung und eine gute biologische sowie mechanische Wirkung.
Sie sind schnell einsetzbar, gut zu reinigen und preisgünstig. Meistens werden diese Filtertypen von Züchtern eingesetzt. In Asien sind diese Filter am meisten verbreitet.
Nachteil: benötigen Platz im Aquarium, optisches Aussehen und je nach System geben die Filter durch den ausströmenden Sauerstoff Blubbergeräusche von sich.